Seide, die

Seide, die

Die Seide, plur. inusit. das Gespinst des Seidenwurms, es sey nun roh, so wie es von dem Wurme kommt, oder schon gezwirnet, oder auch schon zu Zeug verarbeitet. Rohe Seide. Gesponnene, gezwirnte Seide, Nähseide. Keine Seide bey etwas spinnen, figürlich, keinen Nutzen, keinen Vortheil davon haben. Mit Seide nähen, mit gesponnener Seide. Sich im Seide kleiden, in seidenen Zeugen. In Sammt und Seide einhergehen. Indessen ist es in dieser Bedeutung des seidenen Zeuges oder Seidenzeuges nur in einigen wenigen Fällen üblich. Auch das Flachskraut, Cuscuta L. wird in einigen Gegenden Seide genannt.

Anm. In dem alten Fragmente auf Carln den Großen Sithe, bey dem Strycker Seide, im Niederd. Side, im mittlern Lateine Seta, im Ital. Seta, Seda, im Franz. Soye. Da die Seide ein ausländisches Product ist, so ist es der Nahme vermuthlich auch. Im Hebr. ist סוין, seiden, und im Holländ. und Franz. ist Satin, eine sehr alte Art seidener Zeuge. Das Engl. Silk, Schwed. Silke, Angels. Seole, Seide, scheinen durch Vertauschung des r mit dem l aus dem Lat. und Griech Sericum gebildet zu seyn.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Tram-Seide, die — Die Tram Seide, plur. inusit. in den Seiden Manufacturen diejenige Seide, welche zum Einschlage der seidenen Zeuge gebraucht, und nicht so fest gezwirnet wird, als die Organsinseide, oder Seide der Kette. Die erste Hälfte ist das Ital. Trama, der …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Organsin-Seide, die — Die Organsin Seide, plur. inus. aus dem Ital. Organsino, in den Seiden Fabriken, die feinste und beste Seide, woraus die Kette der seidenen Zeuge bereitet wird, und welche aus einzelnen zusammen gezwirnten Fäden bestehet …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Seide (Begriffsklärung) — Seide ist eine feine Textilfaser, welche von Seidenraupen produziert wird, siehe Seide die verschiedenen Arten der Spinnenfäden (Spinnenseide), siehe Spinnennetz ein von Muscheln produziertes Sekret (Muschelseide), siehe Byssus eine… …   Deutsch Wikipedia

  • Seide — Seide: Die Bezeichnung für das aus dem Gespinst der Raupen verschiedener Seidenspinner, dann auch künstlich hergestellte Gewebe (mhd. sīde, ahd. sīda) beruht auf einer Entlehnung aus gleichbed. mlat. seta bzw. aus einem roman. Abkömmling von… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Seide — Sei|de [ zai̮də], die; , n: 1. aus dem Gespinst des Seidenspinners (dem Kokon) gewonnene Faser: chinesische Seide. 2. Stoff aus Seide (1): ein Kleid aus [echter, reiner, blauer] Seide. Syn.: ↑ Taft. Zus.: Ballonseide, Fallschirmseide, Kunstseide …   Universal-Lexikon

  • Seide (Gattung) — Seide Nessel Seide (Cuscuta europaea) Systematik Kerneudikotyledonen Asteriden …   Deutsch Wikipedia

  • Seide [1] — Seide, der Stoff, welcher von den Cocons, den äußern Hüllen der eingepuppten Raupen des Seidenspinners (Phalaena bombyx mori, Endromys mori, Art aus der Gattung Spinner, der weißlich ist, mit einigen dunkeln Querstrichen u. einem halbmondförmigen …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Seide [1] — Seide, der von der Seidenraupe aus dem Inhalt ihrer Spinndrüsen erzeugte Faden, aus dem sie behufs der Verpuppung eine Hülle (Kokon) erzeugt (s. Seidenspinner) und zwar zuerst ein lockeres, grobes, durchsichtiges Gespinst (Flockseide) und… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Seide — Seide. Man glaubt, daß die erste S. aus China, wo sie noch jetzt in hoher Vortrefflichkeit zu finden ist, kam. Die Gemahlin des Kaisers Hoangri gilt als die Entdeckerin derselben. Die Perser kannten sie früher als Rom, wo deßhalb der Ausdruck… …   Damen Conversations Lexikon

  • Seide — Seide, das Gespinst der Seidenraupe (s. Seidenspinner), womit sich diese vor ihrer Verpuppung umgibt; über den Seidenfaden s. Gespinstfasern [Abb. 677 h]. Die ovale Puppenhülle (Kokon) ist mit einer rauhen Faser, der Flock S., bedeckt, worunter… …   Kleines Konversations-Lexikon

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