Fimmel (2), der

Fimmel (2), der

2. Der Fimmel, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Im Bergbaue, ein starker eiserner Keil, welcher zwischen die Klüfte des Gesteines getrieben wird, dasselbe damit zu gewinnen. Kleinere Keile werden Federn genannt. 2) In einigen Oberdeutschen Gegenden, ein starker Hammer, dergleichen derjenige ist, mit welchem die Pfähle in den Weinbergen eingeschlagen werden.

Anm. Die Böhmischen Bergleute haben ihr Fimol in der Bedeutung eines Keiles von den Deutschen entlehnet. Im Franz. war Famel ehedem das Eisen an einem Pfeile oder Wurfspieße, welches Carpentier nicht von Flammea, eine Lanze, abgeleitet haben würde, wenn ihm unser Deutsches Wort bekannt gewesen wäre. Fimmel stammet, wenigstens in der ersten Bedeutung, mit Finne, pinna, oder findere, spalten, aus Einer Quelle her; denn die Verwechselung des m und n ist häufig. So ist z.B. im Hannöv. Femel ein dünnes, leichtes, bewegliches Kleid, welches man im Oberdeutschen ein Fähnle, und im Hochdeutschen ein Fähnchen nennet. S. Fahne. Femelen ist im Hannöv. wanken, hin und her beweget werden. Die Sylbe -el bezeichnet hier ein Werkzeug.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Fimmel (1), der — 1. Der Fimmel, des s, plur. inus. im gemeinen Leben, die weibliche Pflanze des Hanfes, welche kleinere und zärtere Stängel, einen zärtern Bast und gelbliche Blumen hat, aber keinen Samen träget; der Femel, Fimel, Fimmel, Holländ. Fimel, Engl.… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Fimmel — (Fümmel), der Spitzkeil, der bei der bergmännischen Hereintreibearbeit (s.d.) verwendet wird …   Lexikon der gesamten Technik

  • Fimmel — Fimmel, Name der tauben (männlichen) Hanf und Hopfenpflanzen; im Bergbau ein starker Eisenkeil …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Fimmel — bezeichnet: im Bergbau einen Fäustel oder Vorschlaghammer beim Hanf (Cannabis sativa) die männliche Pflanze, siehe Femel bzw. Hanf der Fimmel, ein umgangssprachliches Wort, das übertriebenen Eifer bezeichnet bzw. eine Marotte oder seltsame… …   Deutsch Wikipedia

  • Fimmel — 1 Sm leidenschaftlich betriebene Beschäftigung erw. stil. (20. Jh.) Stammwort. Herkunft unbekannt. ✎ Röhrich 1 (1991), 443. deutsch d. Fimmel 2 (Fimmelhanf) Sm der kürzere männliche Hanf, der nach der Besamung vor dem weiblichen verholzt per.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Fimmel — »Der hat doch ’n Fimmel!«, der leidet an Größenwahn, der spinnt. Wahrscheinlich abgeleitet von fummeln, fimmeln = suchend herumtasten, umhertappen …   Berlinerische Deutsch Wörterbuch

  • Fimmel — Fimmel, männlicher Hanf und Hopfen, den der Volksglaube für die weibliche Pflanze hält (daher der Name, femella). Im Bergbau ein Spitzkeil (s. Bergbau, S. 663: Gewinnungsarbeiten) …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Fimmel — Fimmel, 1) ein 8–10 Zoll langer u. 1–2 Zoll breiter eiserner Keil zum Losstufen schiefriger Wände; er wird mit einem schweren Hammer, dem 20–30 Pfund schweren Fimmelfäustel od. Fimmelpäuschel, in das Gestein getrieben; 2) ein schwerer Hamm er: 3) …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Fimmel — Fimmel, der männliche Hanf; fimmeln, denselben ausziehen …   Herders Conversations-Lexikon

  • Fimmel — (ugs. für:) »übertriebene Vorliebe, Spleen, Verrücktheit«: Die Herkunft des seit der Mitte des 19. Jh.s in nordd. Mundarten bezeugten Wortes ist nicht sicher erklärt. Vielleicht gehört es zu einem untergegangenen Verb fimmeln, femeln »die früher… …   Das Herkunftswörterbuch

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