Dille (1), die

Dille (1), die

1. Die Dille, plur. car. eine Pflanze, welche in Portugall und Spanien wild, bey uns aber nur in den Gärten wächset; an einigen Orten das Dillkraut, Hochkraut, in Schwaben um das Jahr 1479 Anetraut, nach dem Latein. Anethum. Daher der Dillsame, das Dillöhl, das Dillwasser u.s.f.

Anm. Der Nahme dieser Pflanze lautet in den Monseeischen Glossen Tili, Tilli, im Angels. Dile, im Engl. Dill, im Holl. und Nieders. Dille, im Dänischen Dill, Dild, im Schwed. Dill. Martinius leitet ihn von dem Griech. θαλια, umbella, her, wegen der Gestalt der Blumen, Frisch aber von der letzten Hälfte des Wortes Anthyllis, Salzkraut, welches ehedem für eine Art der Dille gehalten wurde. Da aber diese Pflanze in einigen Gegenden auch Hochkraut genannt wird, so wird mit diesem Nahmen wohl auf ihren hohen Wachsthum gesehen. Im Holländ. und Nieders. bedeutet tillen noch jetzt aufheben, und Till die Aufhebung S. auch Dolde. Der Lat. und Griech. Nahme Anethum scheinet einen ähnlichen Ursprung zu haben, von ανω, aufwärts, in die Höhe. Übrigens ist dieses Wort im Oberdeutschen auch ungewissen Geschlechtes, das Dill, dagegen es bey einigen Niedersachsen und Hochdeutschen als ein Masculinum üblich ist, der Dill.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Dille (2), die — 2. Die Dille, plur. die n, an verschiedenen Werkzeugen, eine kurze Röhre, etwas hinein zu stecken. Die Dille an einem Leuchter, worein das Licht gesteckt wird. Die Dille an einer Lampe, das Behältniß des Dochtes, u.s.f. Das Franz. Douille, und… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Dille (3), die — 3. Die Dille, plur. die n, bey den Schlössern, ein flaches Stück Eisen, welches das Eingerichte bedeckt, und durch welches das Schlüsselloch gehet. In dieser Bedeutung scheinet das Wort zu Diele, im Schwed. Tilja, ein Bret, zu gehören …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Röhre, die — Die Röhre, plur. die n, Dimin. das Röhrchen, Oberd. Röhrlein. 1) In mehr eigentlichem Verstande, von rühren, ehedem wühlen, werden noch die langen Höhlungen unter der Erde, welche sich gewisse Thiere wühlen, Röhren genannt. Die Röhren eines… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Dille — Dillkraut; Gurkenkraut; Dill * * * Dịl|le 〈f. 19; österr.; Bot.〉 = Dill * * * Dịll, der; s, e, (österr. auch:) Dịl|le, die; , n [mhd. tille, ahd. tilli, H. u.]: (zu den Doldengewächsen gehörende) krautige Pflanze mit fein gefiederten, würzig… …   Universal-Lexikon

  • Dille — Dịll, der; s, e, besonders österreichisch auch Dịl|le, die; , n (eine Gewürzpflanze) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Dolde, die — Die Dolde, plur. die n, ein im Hochdeutschen beynahe veraltetes Wort, welches den Gipfel einer jeden Sache, besonders aber den Gipfel eines Baumes, ingleichen den büschelartigen Gipfel einer Pflanze bedeutet. Einige neuere Schriftsteller des… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Lase, die — Die Lase, plur. die n, ein irdenes bauchiges Gefäß von unbestimmter Größe, mit einem Henkel und einer Dille, allerley flüssige Körper darin eine Zeit lang aufzubehalten. Eine Wasserlase, Trinkwasser darin zu hohlen und aufzubehalten. Eine… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Telle, die — Die Têlle, plur. die n, ein nur in den gemeinen Sprecharten übliches Wort, eine kleine Vertiefung auf der Oberfläche der Erde zu bezeichnen, in welcher sich das Wasser sammelt; in einigen Gegenden die Tülle, der Tümpel. Es ist mit 1 Dille und… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Dillraupe, die — Die Dillraupe, plur. die n, eine Art grüner Raupen mit schwarzen Zirkeln, welche sich auf der Dille aufhält …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Pferdedille, die — Die Pfêrdedille, plur. inus. eine schlechtere Art der Dille, mit besondern Hüllen, deren Blättchen unter einander zu Einem Blatte zusammen gewachsen sind; Seseli Hippomarathrum L. Roßdill …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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